Der ApothekeNBlog: Was passiert, wenn eine Apotheke schließt?

Auswirkungen auf die Gemeinde

Die Apothekenschließung ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema für Inhaber – sie hat konkrete Folgen für ganze Gemeinden. In Deutschland sinkt die Zahl der Apotheken seit Jahren deutlich. Diese Entwicklung wirkt sich auf Versorgung, soziale Strukturen und lokale Identität aus. Im Folgenden beleuchten wir, was passiert, wenn eine Apotheke schließt, und wie sich das auf die Bevölkerung auswirkt.

 

Apothekenzahlen in Deutschland: ein klarer Rückgang

Die verbliebenen Statistiken zeigen einen eindeutigen Trend: Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist rückläufig. Laut dem Statistischen Jahrbuch 2025 der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände lag die Zahl der öffentlichen Apotheken Ende 2024 bei 17.041 – dem niedrigsten Stand seit Ende der 1970er Jahre.

Noch deutlicher wird der Trend im Jahresverlauf 2025:
👉 Ende des dritten Quartals 2025 gab es nur noch 16.732 Apotheken bundesweit, 309 weniger als Ende 2024. Allein in den ersten neun Monaten wurden 355 Apotheken geschlossen, während nur 46 neue eröffnet wurden.

Diese Zahlen verdeutlichen den seit vielen Jahren anhaltenden Strukturwandel im Apothekenmarkt.

 

  1. Auswirkungen auf die medizinische Versorgung

Längere Wege zur nächsten Apotheke

Eine geschlossene Apotheke bedeutet oft, dass Patienten weitere Wege zur nächsten Einrichtung in Kauf nehmen müssen.
Das trifft besonders zu für:

  • ältere Menschen,
  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität,
  • chronisch kranke Patienten,
  • Familien ohne Auto.

Gerade in ländlichen Regionen kann der Weg zur nächsten Apotheke schnell um mehrere Kilometer länger werden – mit direkten Folgen für die Zugänglichkeit von Medikamenten und Beratung.

Notdienste und Akutversorgung geraten unter Druck

Der spontane Zugang zu Akutmedikation – etwa bei Infekten, Verletzungen oder chronischen Erkrankungen – wird schwieriger. Die Versorgung rund um den Notdienst ist ohne lokale Apotheke deutlich unflexibler.

 

  1. Soziale Folgen für die Gemeinde

Apotheken übernehmen in vielen Gemeinden eine Rolle, die über die reine Arzneimittelausgabe hinausgeht:

  • Beratung vor Ort über Beschwerden, Wechselwirkungen und Therapien,
  • gesundheitliche Anlaufstelle im Alltag,
  • soziale Begegnungsstätte für viele ältere Menschen.

Mit der Schließung geht nicht nur ein Gesundheitsdienst verloren, sondern auch ein Stück soziale Infrastruktur. Gerade in kleineren Orten kann das Gefühl entstehen, der eigene Lebensraum verliere an Attraktivität.

 

  1. Ökonomische und strukturelle Effekte

Arbeitsplätze und lokale Wirtschaft

Apotheken bieten Arbeitsplätze für Apotheker, PTA, PKA und Hilfskräfte. Ihre Schließung bedeutet nicht nur einen Jobverlust, sondern reduziert auch die Kaufkraft vor Ort.

Negative Effekte auf umliegende Geschäfte

Apotheken sind oft Frequenzbringer: Kundinnen und Kunden kommen in die Innenstadt, erledigen mehrere Besorgungen, stärken andere lokale Geschäfte. Mit der Schließung verschwindet diese regelmäßige Laufkundschaft.

 

  1. Auswirkungen auf Ärzte, Pflege und andere Gesundheitsakteure

Die Schließung einer Apotheke wirkt sich indirekt auf andere Teile des Gesundheitswesens aus:

  • Ärzte müssen häufig komplexere Absprachen über Rezepte treffen,
  • Pflegeeinrichtungen sind stärker auf Transportdienste angewiesen,
  • Notdienste müssen weiter entfernte Apotheken koordinieren.

Das gesamte regionale Gesundheitsnetz wird dadurch weniger effizient.

 

  1. Können digitale Angebote die Lücke schließen?

Online-Apotheken und Versanddienste können bestimmte Aspekte der Versorgung ergänzen – etwa die Lieferung von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten oder Gesundheitsprodukten.
Doch sie ersetzen keine persönliche Beratung, keinen Notdienst und keine spontane Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln vor Ort.

 

Fazit: Jede Schließung trifft eine Gemeinde mehr als nur wirtschaftlich

Die sinkende Zahl von Apotheken ist mehr als eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Wenn eine Apotheke schließt, verliert die Gemeinde:

  • eine zentrale Anlaufstelle für Gesundheitsfragen,
  • soziale Infrastruktur,
  • medizinische Sofortversorgung,
  • lokale Arbeitsplätze,
  • und häufig auch Lebensqualität.

Deshalb ist es wichtig, Apotheken frühzeitig wirtschaftlich zu stabilisieren, Nachfolgelösungen zu fördern und Versorgungslücken aktiv zu vermeiden.

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