Der ApothekeNBlog: Betriebswirtschaftliche Lage der Apotheke
Kennzahlen der durchschnittlichen Apotheke im Jahr 2025
Der durchschnittliche Umsatz einer öffentlichen Apotheke liegt erstmals bei über 4 Millionen Euro pro Jahr. Das ist eine Steigerung von über 6 Prozent. Ursachen dafür sind in 2025 Steigerungen im RX-Segment und die weiterhin rückläufige Apothekenanzahl.
Im Folgenden soll ein differenzierter Blick auf einzelne Segmente der Apotheke geworfen werden.
Der Umsatz mit den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte einen Anteil von 77 Prozent vom Gesamtumsatz und bei den privaten Krankenkassen (PKV) von 13 Prozent. Damit wird schnell sichtbar, dass der Umsatz im verbleibenden Bar- bzw. Handverkaufssegment nur noch zirka 10 Prozent ausmachte; hier greifen die Versand-Apotheken und neu auch die Drogeriemärkte einigen Umsatz und Absatz ab.
Der Umsatz lässt sich auch differenziert nach RX, Hochpreisern und NON-RX darstellen. Demnach betrug der RX-Anteil in Summe 80 Prozent und der NON-RX-Anteil 20 Prozent.
Umsatz-Zusammensetzung 2025
Quelle: Eigene Berechnungen Zukunftswerk
Werfen wir einen Blick auf die Absatzmengen der Apotheken.
Nach Daten von IQVIA war die gesamte Packungsmenge in den deutschen Apotheken über 2 Prozent rückläufig; die Menge an OTC-Arzneimitteln in den Apotheken hatte über 4 Prozent abgenommen, während der Versandhandel den Absatz um 3,3 Prozent steigern konnte. So fehlte den Apotheken eine wichtige Umsatz- und Ertragsquelle. Auch wenn die RX-Menge nur leicht rückläufig war, fehlte im Apothekenmarkt hier Menge mal Euro 8,35. Der Rückgang im Markt wurde für die einzelne Apotheke durch Umverteilung wieder ausgeglichen – die Anzahl der Apotheken war rückläufig. Im Durchschnitt hatte eine einzelne Apotheke durch diesen Effekt ca. 1.000 RX-Packungen mehr.
Die Verteilung der Packungsmengen sah folgendermaßen aus: RX machte zirka 56,5 Prozent aus, während NON-RX hier einen viel höheren Anteil von 43,5 Prozent hatte. Die Hochpreiser-Packungen machten im Gegensatz zum Umsatzanteil nur einen geringen Anteil aus.
Packungs-Zusammensetzung 2025
Quelle: Eigene Berechnungen Zukunftswerk
Interessant wird jetzt der Blick auf den Rohertrag der Segmente. Mit 80 Prozent RX-Umsatz wurde nur knapp über 63 Prozent des Apothekenertrages getätigt.
Aus 10 Prozent NON-RX-Umsatz wurden dagegen 37 Prozent des Ertrages erzielt. Gäbe es im Markt nicht vermehrt Schließungen von Apotheken, wäre der NON-RX-Ertrag im Jahr 2025 rückläufig gewesen.
Rohgewinn-Zusammensetzung 2025
Quelle: Eigene Berechnungen Zukunftswerk
Es ist zu befürchten, dass die Strukturveränderungen im Markt weitergehen und der NON-RX-Ertrag für die Apotheke weniger wird. Ursächlich sind nicht nur die Versand-Apotheken oder die Drogerien, sondern auch die Pharma-Hersteller, die immer weniger Vergütungen für den Großhandel und auch in Folge für die Apotheken geben.
Weitere bekannte Ertragsbelastungen sind die Kassenzwangsabschläge, Retaxationen, Rezeptfälschungen, Diebstahl, Nebenkosten und Rabattausschlüsse beim Großhandel, Handlingsfehler oder falsche Preiseinstellungen, die je nach Apotheke unterschiedlich hoch ausfallen.
Der 4-Mio. Euro-Umsatz hört sich gut an – Umsatz ist aber kein Garant für unternehmerischen Erfolg, der alle gleichermaßen trifft. Entscheidend ist eher
- wie hoch der verbleibende Rohgewinn ist,
- wie effizient Prozesse gestaltet werden,
- wie sich Personal- und Betriebskosten entwickeln,
- und welche Rendite unter Einbezug sonstiger Erträge (z.B. für Nacht- und Notdienste, PDL usw.) und nach Abzug aller Kosten tatsächlich erwirtschaftet wird.
Gerade im deutschen Apothekenwesen sind eine aktive betriebswirtschaftliche Steuerung und strategische Maßnahmen unerlässlich. Verlassen kann man sich nicht auf die eventuell kommenden Maßnahmen wie Skontoverbesserung oder die Erhöhung des Fixzuschlag auf Euro 9,50. Passiert hier nichts, fehlen der Apotheke schnell fünfstellige Erträge, um ander-weitige Kosten und Belastungen aufzufangen. Die anderen Player im Markt (Politik, Krankenkassen, Großhandel, Hersteller) sind alle wachsam und aktiv, wenn Begehrlichkeiten geweckt werden. Jeder blickt auf seine Kosten wie Erträge und versucht die zu optimieren. Die Apotheke muss da ihren individuellen Weg suchen und sich gegebenenfalls frühzeitig beraten lassen.
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